Sommer

Gedichte die aus Emotionen, Gefühlen heraus entstanden sind und die gewisse Stimmungen vermitteln sollen.

Sommer

Beitragvon Walter » 12 Sep 2012, 11:47

Boulevards, Bäume, Rauschen.
Im Vorübergehen:
kurzes Blicke-Tauschen,
dann ist viel geschehen.

Sommer. Stille. Sehen,
was da kommt und hält,
und sich eingestehen,
was da bleibt und fällt.

Sommerwinde wehen
wiegend über weites Feld
und die tiefen, dunklen Seen -
fernab von der weiten Welt.

Sommernacht, das Sehnsuchtsklagen
drüben schon im Gartenhaus:
heute, wie in Kindertagen,
brechen noch die Träume aus.

Sommer noch, die Nachen treiben
sternenwegs zur Nacht hinein.
Sommer noch - wir bleiben
zurück, hier am Ufer, allein.

Späte Sommerstrahlen
auf matt-blauem Satin.
Sie leuchten, tanzen, strahlen
verspielt auf dem alten Gobelin.

Boulevards - das Bäume-Rauschen:
alles ist bald schon wieder passé,
das Worte-und- Blicke-Tauschen
dort in der kleinen Allee.
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Re: Sommer

Beitragvon WuI » 12 Sep 2012, 13:50

Hallo Walter.

Ein zauberhaftes Sommergedicht.

Das ist meine Lieblingsstrophe:
Sommer noch, die Nachen treiben
sternenwegs zur Nacht hinein.
Sommer noch - wir bleiben
zurück, hier am Ufer, allein.


Was ein Gobelin ist, musste ich erst Googlen.

Sehr gern gelesen.
Schön atmosphärisch
Irre Grüße
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Re: Sommer

Beitragvon Peace » 12 Sep 2012, 14:27

Lieber Walter,

ich habe deine Verse sehr gerne gelesen.
Ein tolles Gedicht!!!
Ich mag besonders das Spiel mit den Alliterationen und - wie WUI schon angemerkt hat - mit der Atmosphäre.

Eigentlich mag ich den Sommer nicht so sehr, aber dein Gedicht macht ihn mir doch schmackhaft. :D

Viele liebe Grüße
Peace
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Re: Sommer

Beitragvon Walter » 12 Sep 2012, 18:18

Liebe WuI ;) , lieber Peace ;) ,

freut mich, dass es Euch gefällt. Momentan gehört es auch zu meinen Lieblingsgedichten, vor allem wegen der Stimmung.
Die Strophe, wo die Nachen treiben, ist auch meine Lieblingsstrophe; das hat natürlich auch damit zu tun, weil ich das Meer und die Schiffe über alles liebe. Und dann immer wieder die stille "Angst" vor dem Abschied des Sommers. Jetzt haben wir schon Mitte September, und die Tage zerfließen merklich... :(
Vielen Dank für Eure anerkennenden Worte. :)

Liebe Grüße
Walter
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Re: Sommer

Beitragvon Schmuddelkind » 13 Sep 2012, 10:08

Wirklich eine sehr schöne Lautmalerei, die dir da gelungen ist!

Das Gedicht verliert über so viele Strophen hinweg nicht an Qualität, was eine Kunst für sich ist (mir geht meistens schnell die Puste aus). Ich finde die vielen Anleihen aus der französischen Sprache sehr schön und passend.

LG
Symbole sind wahrhaftiger als Beschreibungen; denn sie transzendieren über das Erlebbare hinaus.
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Re: Sommer

Beitragvon Jack » 23 Okt 2012, 20:42

Hallo Walter!

Das ist ein wirklich tolles und wunderbares Gedicht.
Ich habs immer wieder gelesen und es gibt überall Dinge, die schön sind.

Zunächst die Zeile, die mich am meisten beeindruckt hat:

zurück, hier am Ufer, allein.


DAS ist der Hammer.
Denn das ist eine solche Vollbremsung, und Du als guter Verkehrsteilnehmer weißt: Nicht einfach draufhalten sondern in Schüben bremsen und deswegen machst Du es gleich dreimal und das hat mich wirklich beeindruckt.

Mit den letzten beiden Strophen, besonders der vorletzten, tue ich mich aber ein bisschen schwer, ich schaffe es nicht sie ohne holpern zu lesen- Ich weiß nicht, wie es Dir damit geht. Inhaltlich wüsste ich nicht, dass Du es absichtlich gemacht hättest...Ich verstehe nicht, wieso das da so steht! :lol:

Ansonsten war es allerdings der pure Genuss, das kann ich nicht anders sagen!

Liebe Grüße an Dich,
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Re: Sommer

Beitragvon Marcobärchen » 25 Okt 2012, 10:56

Hallo Walter,

dein Poem gefällt auch mir; vor allem die Alliterationen geben einigen Worte schön Gewicht, hier besonders die Zeile mit "Sommer, Stille, Sehen" und später das
"SommerWinde wehen
wiegend" spricht meine Affinität zu Alliterationen sehr an.

Sehr gerne gelesen mein Freund und Kollege...
Schöne Grüße,
Marco
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Re: Sommer

Beitragvon Walter » 26 Okt 2012, 12:36

Liebe Freunde,

gerade weil der Sommer uns jetzt verlassen hat :( , freue ich mich natürlich besonders, dass diese Sommerverse noch einmal derartigen Zuspruch finden.Freuen wir uns auf den nächsten und auf den Frühling, auch wenn beides noch in relativer Ferne :roll: liegt.
Zu meinem bereits ausgesprochenen Dank nun auch noch ein herzliches Dankeschön an: :D
Schmuddel,
Jack
und Marcobärchen!

Ich habe mich sehr über Eure Worte gefreut. :D

Dir, lieber Jack, gebe ich bezüglich dem Rhythmus und Takt in der vorletzten Strophe Recht: er könnte besser sein. Wenn Du eine Korrektur mir vorschlagen kannst, ohne dabei den Inhalt zu ändern, nehme ich das gerne entgegen. :idea:
Vielen Dank!

Liebe Grüße an alle und ein entspanntes - wenn auch verregnetes und kaltes :( - Wochenende!!!
Walter
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Re: Sommer

Beitragvon Jack » 26 Okt 2012, 15:34

Hallo Walter!

Klar, mach ich gern :D :

Späte Sommerstrahlen
auf matt-blauem Satin.
Sie leuchten, tanzen, spielen
auf dem alten Gobelin.

Boulevards - das Bäume-Rauschen:
ist bald wieder passé,
das Wort-und- Blicke-Tauschen
in der kleinen Allee.

Ist vielleicht noch immer ein bisschen zu steif geworden, denn Dein Stil ist ja etwas lockerer.
Es ist aber schon etwas, dass Du vielleicht als Grundstock nehmen kannst.

Liebe Grüße,
Jack
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Re: Sommer

Beitragvon Walter » 28 Okt 2012, 17:45

Lieber Jack,

vielen Dank für Deine Vorschläge. :) Für die vorletzte Strophe habe ich beim Administrator soeben um eine Änderung gebeten. Die letzte Strophe möchte ich in der alten Version belassen.
Ich habe mich sehr gefreut über Deine Hilfe.
Nochmals: Merci ! :D :D :D

Liebe Grüße
Walter
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Topic Tags

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