Marie un Hans (eine saarländische Ballade)

Hier ist Platz für alle Gedichte, die zum Schmunzeln anregen oder ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Rätsel, Sartire und Ähnliches gehören in diese Rubrik.

Marie un Hans (eine saarländische Ballade)

Beitragvon Schmuddelkind » 14 Mär 2019, 00:51

Marie un Hans warn net verknallt,
hotte gern sich nachts im Wald.
Er knutscht se wild, do ruft die Alt:
"Mach schnell, Mann! Ich han kalt!"

Un bald verrot die Zeit,
was als passiert, wenn Zärtlichkeit
is net gut vorbereit.
Do geht's Marie un saht em Hans bescheid.

Der sieht de dicke Bauch un zählt
un saht: "Das hat mir grad gefehlt!
Das is so unnehrich wiem Pabscht sei Knepp.
Jetzt stehn ich do wie Depp!"

Do sitze se bis nachts um vier,
esse Lyoner, trinke Bier
un komme zu dem Schluss,
dass geheirat werre muss.

Die Braut zeiht stolz das Kleed, das schehne
un nimmand traut sich zu erwähne,
dass es jetzt schun beim Schleierschmiss
so ungewähnlich schwanger is.


12.4.2011 (Korrekturfassung vom 14.3.2019)
Symbole sind wahrhaftiger als Beschreibungen; denn sie transzendieren über das Erlebbare hinaus.
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Re: Marie un Hans (eine saarländische Ballade)

Beitragvon gummibaum » 14 Mär 2019, 18:26

Eine schön gedichtete Geschichte, liebes Schmuddelkind, die durch Jahrhunderte und bis in die Gegenwart führt. Die Mundart unterstreicht die Einfältigkeit des Paares.

Der Trauzeuge

Kaum war das Jawort dann gegeben,
erschien auch schon das neue Leben.
Der Täufling war gleich zur Erbauung
der Eltern Zeuge ihrer Trauung...

LG g
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